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Bad Segeberg | CDU

Klima-Workshop des CDU-Kreisverbandes im Kreishaus

Bad Segeberg (em) Fridays-for-Future-Teilnehmer, Gewerbetreibende, Privatpersonen und Politiker aus Stadt, Kreis, Land und Bund diskutierten über Klimaschutz.

Auf Initiative der stellv. CDU-Kreisvorsitzenden und langjährigen ehemaligen Stadtvertreterin Ursula Michalak lud der CDU-Kreisverband Segeberg unter dem Motto „Klimawandel – Klimaschutz, 5 vor 12 oder schon 5 nach 12?!“ in den Sitzungssaal des Segeberger Kreishauses ein. Die Moderatorin Ursula Michalak begann die Veranstaltung mit der Frage: „Heute schon das Handy einmal abgeschaltet, alle Geräte zuhause nicht auf Stand-by, sondern ausgeschaltet? Denn jeder kann was für das Klima tun!“

„Klimaschutz ist Umweltschutz, und Umweltschutz ist Klimaschutz. Ziel der Veranstaltung sei es, Konkretes zu erarbeiten, was den Ebenen Stadt, Kreis, Land und Bund mitgegeben werden kann und in einem halben Jahr sollen Ergebnisse abgefragt werden“, führte Michalak weiter aus und forderte die Gäste des fast voll besetzten Kreistagssitzungssaal zum Mitarbeiten auf.

Zuerst erhielten die Fridays-for-Future-Mitglieder das Wort, um ihre Forderungen darzulegen. Lennart Stahl von der Bewegung in Bad Segeberg forderte das 1,5-Grad-Ziel bei der Erderwärmung einzuhalten und einen beschleunigten Kohleausstieg. Zudem forderte er einen völligen Umstieg auf erneuerbare Energien bis 2035 und eine CO2 Steuer. „Es muss jetzt gehandelt werden, damit es nicht zu spät ist“, so Lennart Stahl.

Für den Bereich Stadt hätte Ursula Michalak gerne den Klimaschutzbeauftragten der Stadt Bad Segeberg begrüßt, der sich gefreut hatte teilzunehmen. Ihm war aber vom Bürgermeister untersagt worden, zu kommen. So führte Ursula Michalak selbst aus, dass stadtseitig einiges für den Klimaschutz getan wird, wie die am „10 am Fifty-fifty“-Projekt teilnehmenden Schulen und die Kitas, die im ersten Projektjahr bereits 60 Tonnen CO2 eingespart haben.

Ein weiteres großes Projekt ist die energetische Sanierung in der Stadt. Auf der Dahlmannschule sei eine Photovoltaikanlage genehmigt worden und man wolle auch Privatpersonen ermutigen, ihre Häuser energetisch zu sanieren. Das Bauamt würde den Schülerinnen und Schülern auch ermöglichen, Mülltrennungsbehälter aufzustellen, wenn die Schülerinnen und Schüler bereit wären, den getrennten Müll in die entsprechenden Behälter zu bringen. Zum Bereich Schule freute sich Ursula Michalak, den Bundesvorsitzenden der Schüler Union Finn Wandhoff zu begrüßen. Auch er zollte den Schüleraktionen Respekt, forderte die jungen Leute aber auf, es nicht beim Streiken zu belassen, sondern jetzt auch den zweiten Schritt zu tun und in Organisationen konkret mitzuarbeiten und gezielt Einfluss zu nehmen. Nur mit Streiken allein könne man nichts erreichen, durch Engagement in Gremien sei ein weitaus größerer Einfluss möglich.

Für den Unternehmerverein „Wir für Segeberg“ waren Sabine Großmann und Reinhard Schweim gekommen. Reinhard Schweim beklagte die Bürokratie in Bezug auf den Klimaschutz. Das sei für kleine und mittlere Betriebe oft schwer leistbar. Die Betriebe benötigen hierzu mehr Unterstützung. Er ging vor allem auf den Onlinehandel ein und warb dafür, vor Ort und Qualität einzukaufen. Denn ein Einkauf vor Ort erspare lange Transportwege und Qualitätsartikel können auch vor Ort im Fachgeschäft reparieret werden. Reinhard Schweim prangerte die Wegwerf-Gesellschaft an, die das Klima schwer belasten.

Der klimapolitische Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion Sönke Siebke informierte über den Kreisklima-Rat, der sehr erfolgreich parteiübergreifend arbeite. Man habe sich am Anfang des Jahres zu einem intensiven Gedankenaustausch getroffen und mögliche Maßnahmen besprochen, die jetzt auf den Weg gebracht werden müssen. „In Punkt E-Lade-Säulen sei der Kreis Segeberg bereits heute ein Vorreiter“, führte Siebke aus. Der Naturschutzbeauftragte des Kreises Dr. Georg Hoffmann ergänzte, dass Klimaschutz auch Umweltschutz sei und dass nur eine intakte Umwelt etwas für den Klimaschutz bewirken könne.

Auch der Landtagsabgeordnete Ole Plambeck würdigte das Engagement der jungen Leute. Er führte aus, dass die Landesregierung voll auf erneuerbare Energien setzt. Denn Schleswig-Holstein ist ein Gunststandort für Wind- und Solarenergie. Das Land überarbeitet gerade die Windkraftplanung. Es gilt hierbei, die Belange der Bürgerinnen und Bürger vor Ort zu berücksichtigen und das Energieziel von zehn Gigawatt zu erreichen. Bei dem Ausbau der erneuerbaren Energien ist es wichtig, die Hinweise aus den Regionen zu berücksichtigen.

„Es gilt aber auch den Strom- und vor allem den Überschussstrom in andere Energieträger, wie Wasserstoff, Wärme oder Kraftstoffe umzuwandeln. Daher setzt die Landesregierung vor allem auf Power-to-X Lösungen. Es geht hierbei um Sektorenkopplung, also um die Verzahnung der bisher voneinander weitgehend getrennten energiewirtschaftlichen Sektoren Elektrizität, Wärmeversorgung und Verkehr. Damit können wir den im Land produzierten Strom vor Ort in Verkehr, Wohnen und Arbeiten verwenden“, so Plambeck.

Der Bundestagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende Gero Storjohann begann seinen Beitrag mit einem Erlebnis aus seiner Schulzeit: Seine Schulabschlussfahrt habe mit der Bahn nach Koblenz geführt, von dort habe man eine Fahrradtour durch die Eifel gemacht und sei dann wieder mit der Bahn nach Hause gefahren. Das sei heute out. Heute fliege man nach Barcelona oder in andere weitentfernte Orte. Er ging dann auf die Wohnwirtschaft ein, dieser Bereich sei bisher zu kurz gekommen, auch hier sei großes Einsparpotential vorhanden, um Ressourcen zu schonen und damit das Klima zu schützen. Er ging auf den Spagat ein, den ein Politiker machen müsse. Zum Beispiel ein zweites Bahngleis von Bad Oldesloe nach Neumünster für einen besseren Takt. Für den Personenverkehr ist die Eingleisigkeit ausreichend. Für den Güterverkehr wäre der Ausbau nötig gewesen, wenn man sich gegen den Ausbau von Fehmarnbelt entschieden hätte. Auch für eine weitere Spur von Bad Oldesloe nach Hamburg (S4) gebe es große Verzögerungen bei der Planung, da stets Klagemöglichkeiten von Betroffenen genutzt werden.

Eine schnelle Verbesserung des ÖPNV ist oft gewünscht aber oft deshalb nicht möglich. Für die verschiedenen Ebenen wurden von den Anwesenden teilweise in hitziger Debatte eine Liste an konkreten Forderungen aufgestellt, die es nun in den Gremien zu beraten gilt. Zum Schluss wünschte sich Ursula Michalak mehr Zivilcourage, andere auf dem Weg zum Klimaschützen mitzunehmen und andere anzusprechen, wenn zum Beispiel das Auto mit laufendem Motor stehenbleibt.

Im Namen des CDU Kreisverbandes dankte Ole Plambeck den Anwesenden für ihr Erscheinen, für ihr aktives und engagiertes Mitwirken. Er ermutigte alle, auf ihrem Weg weiterzugehen und sich parteiübergreifend für den Klimaschutz einzusetzen. Nur gemeinsam könne das Ziel erreicht werden.

Foto: (v.l.n.r.) Sönke Siebke (Kreistagsabgeordneter und Bürgermeister von Schmalensee), Ole-Christopher Plambeck (Landtagsabgeordneter CDU), Ursula Michalak (Organisatorin und Veranstaltungsleiterinsula, Gero Storjohann (Bundestagsabgeordneter und CDU Kreisvorsitzender) und Finn Wandhoff (Bundesvorsitzender der CDU Schüler Union).

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