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Bad Segeberg | JobA

Erfolgreiche Produktionsschule Segeberg wird fortgeführt

Bad Segeberg (em) Handwerklich arbeiten und dabei Erfolge erleben statt Mathe und Deutsch zu pauken und daran zu verzweifeln – für manche Jugendliche, die bislang noch nicht den Weg in einen Job gefunden haben, können praxisorientierte Angebote eine Alternative sein.

Daher wurde im Mai 2015 die Produktionsschule Segeberg gegründet, die vom Jobcenter, der Stadt Norderstedt sowie dem Kreis Segeberg finanziert wird. Durch die guten Erfolge des Gemeinschaftsprojekts bestärkt, wird jetzt die Finanzierung um ein weiteres Jahr mit Option auf Verlängerung fortgeführt.

Die Idee einer Produktionsschule kommt ursprünglich aus Dänemark und hat zum Ziel, junge Menschen für eine Ausbildung oder den Arbeitsmarkt fit zu machen. Durch praktische Tätigkeiten und die Herstellung von Produkten sollen Jugendliche erreicht werden, die sonst kaum durch das Bildungssystem erreichbar sind.

Eine Produktionsschule ist keine Schule im klassischen Sinne, vielmehr ist sie organisiert wie ein kleines Unternehmen. Die Jugendlichen arbeiten an echten Aufträgen - zum Beispiel für gemeinnützige Einrichtungen. Seit der Gründung haben 172 Jugendliche die Produktionsschule Segeberg, die von den Bildungsunternehmen Junge Menschen in offener beruflicher Bildung und Ausbildung (JobA) - eine Tochtergesellschaft der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein - in Bad Segeberg, Verein Regenbogen in Kaltenkirchen und der Norderstedter Bildungsgesellschaft (NoBiG) in Norderstedt getragen wird, besucht.

Die Verweildauer der Jugendlichen im Projekt, die im Durchschnitt 23 Jahre alt sind, ist sehr unterschiedlich. Sie reicht von wenigen Wochen bis zur höchstmöglichen Teilnahmedauer von zwölf Monaten. Die Problemlagen der Jugendlichen sind dabei genauso unterschiedlich: vom Schulabbruch über Suchtprobleme bis zu Konflikten mit dem Gesetz. In den vergangenen drei Jahren haben die Teilnehmer im Durchschnitt 163 Tage in der Produktionsschule gearbeitet und ganz unterschiedliche Produkte - wie beispielsweise Futtergondeln, Vogelhäuser, Bonsaibretter, Marmeladen und Pesto oder Mosaikteller - hergestellt. Zudem wurden Computer für Bedürftige aus gespendeten Geräten nach dem Prinzip „Aus-drei-mach-eins“ zusammengebaut.

Ein eigener Wirtschaftsbeirat begleitet und fördert die Produktionsschule Segeberg mit ihren Standorten Kaltenkirchen, Norderstedt und Bad Segeberg gegenüber der Wirtschaft, der Politik, der Öffentlichkeit und berät die Leitung der Produktionsschule in Vertriebsfragen. Alle Produkte werden in der Planungsphase dem Wirtschaftsbeirat, dem unter anderem Vertreter der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer angehören, vor der Produktion zur Begutachtung vorgelegt, damit eine mögliche Wettbewerbsverzerrung von Anfang an verhindert wird.

„In drei Jahren haben wir unter anderem für 12 Jugendliche den Übergang in eine versicherungspflichtige Beschäftigung geschaffen und 9 Jugendliche haben eine Ausbildung begonnen. Darüber hinaus sind viele unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer in andere berufliche Förderangebote gewechselt. Auch wenn dies auf den ersten Blick wenig erscheint - unter Berücksichtigung der unterschiedlichen sehr schweren Problemlagen der Jugendlichen können sich diese Zahlen jedoch sehen lassen“, zieht Lennart Landsberg, Geschäftsführer der JobA, im Namen der Projektträger eine Zwischenbilanz.

Bis Juni 2019 ist die Finanzierung der Produktionsschule Segeberg zunächst durch den Kreis Segeberg, das Jobcenter und die Stadt Norderstedt gesichert. Seit Juni bereiten sich bereits rund weitere 30 Jugendliche in den Werkstätten aufs Berufsleben vor. Informationen zur Produktionsschule finden sich unter: www.produktionsschule-segeberg.de

Foto: (v.l.n.r.) JobA-Ausbilder Olaf Thode erläutert ein Werkstück der Jugendlichen den Projektpartnern Elisabeth Thiele (Regenbogen e. V.), Marlen Reimers (Geschäftsführerin NoBiG), Volker Harms (Jobcenter Kreis Segeberg), Moritz Lorenzen (Jugendamt Kreis Segeberg), Stefan Stahl (Jobcenter Kreis Segeberg), Annamary Aydin (NoBiG) und Lennart Landsberg (Geschäftsführer JobA).

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