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Bad Segeberg | Kreis Segeberg

Ausstellung: „Sie dürfen auch einfach nur lachen“

Bad Segeberg (em) Letzter Check, bevor die Tür ins Schloss fällt: „Brille? Brieftasche? Handy? Hosenschlitz?“ ist in der Karikatur von Erich Rauschenbach zu lesen. Sie zeigt einen älteren Herren vorm Verlassen der Wohnung und rückt auf humorige Weise die Tüdeligkeit im Alter in den Fokus.

Und damit ist sie nicht allein. Namhafte Karikaturisten, deren Zeichnungen unter anderem im „Spiegel“ oder „Stern“ erscheinen, sind derzeit im Rahmen der Ausstellung „Das Alter in der Karikatur“ im Kreishaus in Bad Segeberg (Haus A) zu sehen. Gemeinsam mit Landrat Jan Peter Schröder hat die Initiatorin und Kuratorin Dr. Franziska Polanski die Wanderausstellung am Montagnachmittag eröffnet.

„Schauen Sie sich die Bilder mit Begeisterung an“, forderten die Organisatoren Thorsten Luckow und Wiebke Wilken vom Büro für Chancengleichheit und Vielfalt die Vernissagebesucher auf. Das noch neue Büro innerhalb der Kreisverwaltung deckt für Landrat Schröder einen ganz wichtigen Bereich ab: „Behinderung, Alter, Herkunft – Benachteiligung hat viele Gründe und häufig kommen mehrere zusammen. Die Themen sollen daher über den Tellerrand hinaus behandelt werden. Diese Ausstellung ist bemerkenswert; sie passt super zum Aufgabenspektrum des Büros.“ Der Landrat sprach von einem anderen Blick auf das Älterwerden, einem Blick mit Humor, der zum Nachdenken anrege.

Humor war es auch, den Polanski in den Mittelpunkt ihrer Ausstellungseinführung stellte. Die Medizinerin, Germanistin, Kunsthistorikerin und Buchautorin befasste sich im Rahmen eines groß angelegten, fächerübergreifenden Forschungsprojekts an der Universität Heidelberg mit dem Thema „Das Alter in der Karikatur“. Ihre Wanderausstellung soll „ein anderer Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs“ sein. Zuallererst aber solle sie zum Lachen anregen – „über ein Thema, das uns alle beschäftigt“.

Lachen sei keine Frage des Dürfens, sagte die Kuratorin. „Es geschieht.“ Humor sei eine Art Veranlagung, eine Reaktion auf bestimmte Dinge. Und diese Reaktionen würden sich der Kontrolle des Verstands entziehen, was den einen oder anderen verunsichere. Die Karikaturisten, darunter Gerhard Haderer, Franziska Becker, Gerhard Glück, Greser und Lenz sowie Marie Marcks und Hans Traxler, spielen mit Klischees und werfen ein Schlaglicht auf das vermeintlich Hässliche, auf Falten, ein ungepflegtes Äußeres, auf schwindende Attraktivität und Krankheit. Die Künstler verwenden Tusche oder Acryl und manche benötigen nur wenige Striche, um den Betrachter mit der schonungslosen Realität zu konfrontieren. Einige Bilder sorgen für Heiterkeit und regen zum Schmunzeln an, andere überschreiten beinahe eine unausgesprochene Grenze. Aber: „Reflexion ist nicht verpflichtend“, sagte Polanski am Ende ihrer Einführung. „Sie dürfen auch einfach nur Lachen.“

Aufhänger der barrierefreien Ausstellung ist der „Diversity-Tag“, der alljährlich am 30. Mai stattfindet. Dabei handelt es sich um eine Initiative rund um die Themen Diversity Management, Geschlecht, Nationalität, sexuelle Orientierung, Behinderung, Religion, ethnische Herkunft und Interkulturalität. Der Diversity-Tag wird der letzte Ausstellungstag im Kreishaus sein. Bis dahin kann die Ausstellung zu folgenden Öffnungszeiten besucht werden: montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr, freitags von 9 bis 12 Uhr. Dort kann auch das Buch zur Ausstellung von Dr. Franziska Polanski für 17,80 Euro erworben werden.
Weitere Informationen im Internet unter: www.das-alter-in-der-karikatur.de.

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