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Bad Segeberg | Kreis Segeberg

Gesundheitsamt unterstützt Kampagne: „Kein Aids für alle“

Bad Segeberg (em) Vor 30 Jahren war eine HIV-Infektion meist tödlich. Heute kann mit Medikamenten verhindert werden, dass Aids ausbricht.

Trotzdem erkranken zurzeit in Deutschland jährlich weit mehr als 1.000 Menschen an der Immunschwächekrankheit – die meisten, weil sie nichts von ihrer HIV-Infektion wissen. Geschätzt knapp 13.000 Menschen leben in Deutschland unwissentlich mit dem HI-Virus. Andere Menschen haben keinen Zugang zu HIVMedikamenten. Sie alle laufen Gefahr, an Aids zu erkranken. Am Samstag, 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag – ein Tag, der die Solidarität mit Menschen mit HIV und Aids fördern und Diskriminierung entgegenwirken will. Er erinnert an die Menschen, die an den Folgen der Infektion verstorben sind. Und er ruft dazu auf, weltweit Zugang für alle zu Prävention und Versorgung zu schaffen.

Das Gesundheitsamt des Kreises Segeberg nimmt den Tag zusammen mit Kreispräsident Claus Peter Dieck und Landrat Jan Peter Schröder zum Anlass, auf eine besondere Aktion aufmerksam zu machen: „Kein Aids für alle – bis 2020!“ Unter diesem Motto läuft die dreijährige Kampagne der Deutschen Aids Hilfe (DAH).

Ein Ausbruch der Krankheit ist längst vermeidbar: „Mit HIV kann man heute alt werden und gut leben. Voraussetzungen sind eine rechtzeitige Diagnose und Therapie“, sagt Gabriele Seidel, Ärztin im Fachdienst Gesundheit. „Wir möchten möglichst vielen Menschen die Aids-Erkrankung ersparen, indem wir ihnen einen frühzeitigen HIV-Test und damit eine Behandlung ermöglichen. Die Medikamente unterbinden den Ausbruch von Aids und können die Weitergabe des Virus‘ vermeiden.“ Viele Menschen glauben nach wie vor, dass HIV eine ausschließliche Schwulenund Drogenabhängigen-Krankheit sei.

Diese Gruppen sind zwar zahlenmäßig am größten, dennoch betreffen HIV-Spätdiagnosen laut Robert Koch-Institut vor allem Frauen und Männer, die nicht zu diesen Risikogruppen gehören. Sie rechnen oft nicht damit, dass sie sich angesteckt haben könnten. Auch behandelnde Ärzte denken dann oft erst spät an eine mögliche HIV Infektion selbst, wenn Symptome auf eine Immunschwäche hinweisen.

Dabei werden Risiken manchmal übersehen oder ausgeblendet. Die meisten Menschen erkranken an Aids, weil sie jahrelang mit HIV gelebt haben, ohne es zu wissen. Viele machen aus Angst keinen HIV-Test oder ziehen schlicht nicht in Betracht, dass sie HIV haben könnten. „Wer von seiner Infektion weiß, kann von den heute verfügbaren Therapien profitieren. Deswegen sollte jeder, der Zweifel hegt, einen HIV-Test machen“, sagt Landrat Jan Peter Schröder, der die Kampagne der DAH unterstürzt.

Viele wüssten nicht, dass sie einen solchen Test anonym und kostenfrei beim Gesundheitsamt in der Hamburger Straße 30 in Bad Segeberg machen lassen können. Der Bluttest, der zur Vorsorge der eigenen Sicherheit oder beispielsweise nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr (frühestmöglicher Zeitpunkt sechs Wochen nach dem Ereignis) gewünscht ist, wird anonymisiert an ein Labor gesendet. „Ein Ergebnis ist spätestens innerhalb einer Woche verfügbar und wird in einem persönlichen ärztlichen Gespräch mitgeteilt“, sagt Seidel. „Aber auch beim Hausarzt oder Gynäkologen ist ein Test möglich“, sagt Kreis- Gesundheitsplanerin Dr. Anna Walther, räumt aber ein, dass dieser anders als beim Gesundheitsamt in der Regel selbst bezahlt werden muss.

Zudem weist sie auf den HIV-Selbsttest hin, der seit kurzem in Apotheken und Drogerien erhältlich ist und der sich einfach selbst durchführen lässt, zum Beispiel zu Hause. Dabei wird etwas Blut aus der Fingerkuppe abgenommen und in eine Testapparatur gegeben. Der Selbsttest zeigt das Ergebnis nach ungefähr einer Viertelstunde an. Aber: Ein negatives Testergebnis ist erst dann sicher negativ, wenn der Test zwölf Wochen nach dem vermutlichen Ansteckungszeitpunkt erfolgt ist. Und bei einem positiven Testergebnis müsse dieses durch einen weiteren Labortest bestätigt werden, denn es bestehe das Risiko eines sogenannten „falsch positiven Ergebnisses“.

Dieser Bestätigungstest kann von einem Arzt im Gesundheitsamt, einer Praxis oder einem Checkpoint der Aidshilfen gemacht werden. „Erst, wenn auch dieser Test positiv ausfällt, besteht sicher eine HIV-Infektion, die weiterer medizinischer Hilfe bedarf“, so Walther.

Foto (v.l.n.r.): Landrat Jan Peter Schröder, Ärztin Gabriele Seidel, Kreis-Gesundheitsplanerin Dr. Anna Walther und Kreispräsident Claus Peter Dieck ©Sabrina Müller

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