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Bad Segeberg | Kreis Segeberg

Gebührender Ruhestand nach 45 Jahren beim Kreis

Bad Segeberg (em) Indien und Yoga statt Büro und Formulare: Elke Andrasch verabschiedet sich nach fast 45 Jahren beim Kreis in den Ruhestand.

Eigentlich wollte sie Sozialarbeiterin in der Bewährungshilfe werden. Aber auf ein Studium hatte sie keine Lust, und „um überhaupt erstmal was zu haben“, hat sich die damals 17-Jährige für eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte beim Kreis Segeberg beworben – mit Erfolg. Knapp 45 Jahre später schließt sich für die heute 61-Jährige nun das Kapitel „Berufsleben“: Landrat Jan Peter Schröder hat Elke Andrasch im Rahmen einer kleinen Abschiedsfeier in die passive Phase der Altersteilzeit verabschiedet.

Seit 2015 hatte Elke Andrasch die Leitung des Fachdienstes „Grundsatz- und Koordinierungsangelegenheiten Soziales und Integration“ mit rund 22 Mitarbeitern inne. Seit Dezember waren sie und ihr Nachfolger Jörn Giesecke als Doppelspitze im Einsatz, jetzt übernimmt er den Fachdienst. Die Zusammenarbeit mit ihrem „Team Integration“ sei in all den Jahren beim Kreis eine der spannendsten Aufgaben gewesen, sagt Andrasch. „Von der Politik getragen, haben wir die Chance genutzt, innovativ zu gestalten und etwas zu bewirken.“ Sehr wichtig waren ihr dabei immer eine gute Zusammenarbeit mit den Städten, Ämtern und Gemeinden des Kreises und dem Jobcenter Kreis Segeberg. Aber bei aller Freude am Job gab es auch Problemlagen, die sie nicht im Büro lassen konnte und die sie zuhause weiter beschäftigt haben. Herausfordernd sei beispielsweise die Verantwortung für die zwei Gemeinschaftsunterkünfte in Warder und Schackendorf gewesen.

Unter einer Landrätin und drei Landräten hat Andrasch beim Kreis gearbeitet und Einblicke in viele Lebensbereiche erhalten. Beim damaligen Amt für Kultur- und Heimatpflege hat sie beispielsweise Zuschüsse für Reetdachgebäude verteilt. „Ende der 70er Jahre war es als junge Frau nicht einfach, sich in ländlichen Gegenden durchzusetzen.“ Aber sie sei mehr und mehr in ihre Aufgaben hineingewachsen und konnte so schnell die erste und zweite Angestelltenprüfung ablegen, die ihr den Zugang zum gehobenen Dienst ermöglichten.

Vom Schulamt wechselte Andrasch Mitte der 80er Jahre zum Jugendamt in die Wirtschaftliche Jugendhilfe, bevor 1985 ihr erster Sohn Torben geboren wurde. Ein halbes Jahr blieb sie zuhause und kämpfte mit einer Kollegin dafür, sich nach dem Widereinstieg in den Beruf eine Vollzeitstelle teilen zu dürfen. „Die Widerstände der männlichen Kollegen waren groß, aber letztlich waren wir die Ersten beim Kreis Segeberg, die nach der Babypause in Teilzeit zurückgekommen sind. Und es hat funktioniert. Der Kreis hat es mir immer ermöglicht, meine Arbeitsstunden auf meine familiäre Situation anzupassen. Das habe ich immer sehr zu schätzen gewusst“, blickt Andrasch zurück. Zunächst kümmerte sie sich in der Ausländerbehörde um Abschiebungen, wechselte dann aber zurück zum Jugendamt, wo sie sich 2005 – ermutigt von ihrem damaligen Chef Dr. Georg Hoffmann – erfolgreich um die Leitung des Fachdienstes „Soziale Sicherung“ bewarb.

In mehr als vier Jahrzehnten hat Andrasch gelernt, offen für Neues zu sein und Menschen so früh wie möglich in Prozesse einzubinden. „Dafür braucht man gute Mitarbeiter; Mitarbeiter, die auch in Krisenzeiten Einsatz zeigen. Diese Mitarbeiter hatte ich und darüber bin ich sehr froh.“ Auch ihrer Fachbereichsleitung Karin Löhmann ist Andrasch dankbar: „Sie hat die Entwicklung meines Fachdienstes intensiv unterstützt – und damit natürlich auch mich. Frau Löhmann hat eine emotional-menschliche Ader. Sie fordert und fördert gleichermaßen.“

„Ein wertschätzender Umgang auf Augenhöhe“ war und ist Andrasch immer wichtig. Und so ist es denn wohl auch der persönliche Austausch mit Kollegen und Politikern, den sie am meisten vermissen wird. Weniger fehlen werden ihr hingegen die „vielen Dokumentationen und Erfassungen von Kennzahlen, die massive zeitliche Anforderungen mit sich brachten und mich manchmal an der Sinnhaftigkeit zweifeln ließen“.

Sicher ist, dass ihr Ruhestand alles andere als ruhig werden wird. Wie ihr Mann Rainer liebt Elke Andrasch das Reisen in ferne Länder, und so geht es demnächst erst einmal nach Indien. Danach möchte sie Hobbys wie Lesen, Yoga und Fitness, die in der Vergangenheit häufig mal zu kurz gekommen sind, wieder intensivieren; und sich ehrenamtlich engagieren – „vielleicht etwas mit Kindern machen“, wie sie sagt.

Foto: Elke Andrasch und Landrat Jan Peter Schröder

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