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Bad Segeberg | Kreis Segeberg

Klimaschutz und Klärschlamm: Stefan Weber informiert sich

Bad Segeberg (em) Klimaschutz und Klärschlamm waren zwei Hauptthemen, über die sich der SPD-Landtagsabgeordnete und ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde Sievershütten Stefan Weber bei einem Besuch des Fachbereichs „Umwelt, Planen, Bauen“ des Kreises Segeberg informiert hat.

Weber ist Abgeordneter für den Wahlkreis Segeberg West sowie stellvertretendes Mitglied im Agrar- und Umweltausschuss des Landes. „Ich möchte Themen für und Anforderungen an das Land mit nach Kiel nehmen“, sagte der Politiker. Sabrina Guder und Heiko Birnbaum berichteten von ihrer Arbeit bei der Klimaschutzleitstelle des Kreises. Derzeit warten sie auf die Bewilligung von Bundesfördermitteln: Mit dem Geld soll eine Vollzeitstelle finanziert werden, die ein Konzept für den Bereich „Klimaschutz in den eigenen Liegenschaften“ umsetzen soll.

Die Stelle ist zunächst auf zwei Jahre befristet und wird mit 65 Prozent gefördert. „Die übrige Summe hat die Kreispolitik als Eigenanteil freigegeben. Dafür sind wir sehr dankbar“, so Birnbaum. Stellen wie diese würden sich finanziell sehr schnell selbst tragen, da durch Effizienzmaßnahmen Kosten eingespart würden. „Wir als Kreis müssen uns natürlich auch an die eigene Nase fassen und uns fragen, an welchen Stellschrauben wir drehen können, um Energie einzusparen“, sagte Birnbaum weiter. Daher habe man die kreiseigenen Gebäude nun ein Jahr lang begutachtet. Der oder die Neue soll sich künftig um die Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen kümmern. Weber lobte diese Vorgehensweise und unterstrich, dass jede öffentliche Einrichtung Vorbildcharakter habe.

Birnbaum informierte auch über regelmäßige Klimaschutzaktionen an Schulen, die in Zusammenarbeit mit Pädagogen stattfinden: „Wir schreiben die Schulen an und stellen das Konzept vor.“ Insgesamt hat die Klimaschutzleitstelle auf diese Weise in den vergangenen Jahren bereits 136 Schulklassen an 26 Grund- und Gemeinschaftsschulen im Kreis erreicht. Die finanziellen Mittel für 2019 in Höhe von 8.000 Euro hat die Kreispolitik bereits bewilligt.

Ein weiterer Themenkomplex des Treffens war Klärschlamm. Klärschlamm ist ein Abfallprodukt, das bei der Behandlung von Abwasser in Kläranlagen entsteht. Er setzt sich aus Wasser sowie aus organischen und mineralischen Stoffen zusammen. Klärschlamm stammt in der Regel aus kommunalen Kläranlagen, in denen vor allem Abwasser aus privaten Haushalten und vergleichbaren Einrichtungen gereinigt wird. Wegen seines relativ hohen Stickstoff- und Phosphorgehalts kann er besonders auf landwirtschaftlich genutzten Böden oder bei Maßnahmen des Landschaftsbaus als Dünger eingesetzt werden, „sofern er eine nur geringe Schadstoffbelastung aufweist und die Grenzwerte der Konzentrationen für Schwermetalle eingehalten werden“, erläuterte Carmen Jensen-Schmidt, Leiterin des Fachdienstes „Wasser-Boden-Abfall“.

In Deutschland regeln Klärschlammverordnung und Düngemittelverordnung die Weiterverwendung von Klärschlamm aus kommunalen Kläranlagen. Generell ist er als Dünger nur auf Ackerflächen zulässig – nicht auf Dauergrünland oder Obstund Gemüseanbauflächen. Weber merkte an, dass er Bauern kenne, die zunehmend zurückhaltender würden, was das Ausbringen von Klärschlamm auf den Feldern angeht. Grund sei eine steigende Zahl an Abnehmern, die Bedenken hätten, auf diese Weise gedüngte Produkte weiterhin zu kaufen. Nicht als Dünger verwertete Klärschlämme werden in thermischen Verfahren (Verbrennung oder Vergasung) eingesetzt. Auf Nachfrage Webers erklärte Jensen-Schmidt, dass der Kreis Segeberg zwar zuständige Behörde für das Anzeigeverfahren für das Aufbringen von Klärschlamm sei und immer mit eingebunden werde in solchen Fällen, selbst aber keine Verbrennungsanlage betreiben könne.

Foto: (v.l.n.r.) Hendrik Schrenk (Fachbereichsleiter „Umwelt, Planen, Bauen“), SPD-Landtagsabgeordneter Stefan Weber, Silke Brandt von der SPD-Kreistagsfraktion, Carmen Jensen-Schmidt (Leiterin des Fachdienstes „Wasser-Boden-Abfall“), Heiko Birnbaum und Sabrina Guder von der Kreis-Klimaschutzleitstelle sowie Webers Mitarbeiterin Britta Grell. ©Kreis Segeberg

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