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Bad Segeberg | Kreisverwaltung

150 Jahre Kreis Segeberg: Das bringt die Zukunft

Bad Segeberg (em) Interview mit Kreispräsident Winfried Zylka: Er war vier Jahre alt, als das Amt des Kreispräsidenten 1950 im Kreis Segeberg eingeführt wurde. Die Gebietsreform 1970 hat er als Vorstandsmitglied des CDU-Kreisverbandes miterlebt und beim Zusammenschluss der Ämter Segeberg-Land und Wensin zum Amt Trave-Land im Jahr 2006 war er bereits deutlich über ein Jahrzehnt als Kreispräsident im Einsatz.

Und das ist er bis heute. Winfried Zylka hat dieses Amt seit 1990 inne. Er wurde am 20. Juni 2013 für fünf Jahre wiedergewählt und ist damit dienstältester Kreispräsident in Schleswig-Holstein. Im Interview spricht der 70-Jährige über 150 Jahre Kreis Segeberg, die Besonderheiten seiner Heimat und Kommunalpolitik im Wandel.

Herr Zylka, 150 Jahre sind eine lange Zeit: Was bedeutet das Kreisjubiläum für Sie?
Die Menschen nutzen Jubiläen und Geburtstage als Haltepunkte im Lauf des Lebens: Wir halten inne, schauen zurück und werfen einen Blick in die Zukunft. Wir feiern mit anderen Menschen. Auch unser Kreisjubiläum ist so ein Haltepunkt, der Gelegenheit zur Besinnung bietet, wie gut es uns geht.

Wie würden Sie den Kreis Segeberg beschreiben?
Der Kreis bietet in seiner Vielfalt attraktive Lebensbedingungen, die ihn zum vorzüglichen Standort für Leben, Lernen, Arbeiten und Erholen machen. Daher ziehen regelmäßig mehr Menschen in den Kreis als andere fortziehen.

Sie sind in Bad Bramstedt geboren und leben in Bornhöved: Was bedeutet Heimat für Sie?
Heimat sind für mich der Ort, die Region, das Land, mit denen ich innerlich verwurzelt bin, mit denen ich mich identifiziere, für die ich bereit bin, mich zu engagieren. Ich fühle mich mit Bad Bramstedt, wo ich aufgewachsen bin, immer noch verbunden, auch wenn Bornhöved seit vielen Jahren zu meiner neuen Heimat geworden ist. Mein Heimatgefühl erstreckt sich aber je nach Zusammenhang weiter auf den Kreis Segeberg, Schleswig-Holstein, Deutschland und Europa.

Haben Sie einen Lieblingsort im Kreis?
Ja: Unser Heim in Bornhöved, wo meine Frau und ich seit über 40 Jahren leben und wo unsere Kinder aufgewachsen sind.

Sie selbst sind seit Jahrzehnten in der Kommunalpolitik aktiv, haben Landräte und eine Landrätin sowie Kreistagsabgeordnete kommen und gehen sehen: Was hat sich in der kommunalpolitischen Welt aus Ihrer Sicht gewandelt?
Die Art und Weise, Kommunalpolitik zu betreiben, hat sich deutlich verändert: Wir entscheiden nicht mehr viel in Einzelfällen, sondern steuern die Kreispolitik über Budgets, Satzungen, Richtlinien, Handlungskonzepte und strategische Zieldaten. Wir kontrollieren die Ergebnisse über ein mit der Verwaltung vereinbartes Berichtswesen und über erreichte Kenndaten.

Was läuft heute besser? Was schlechter?
Die neuen Steuerungsprozesse sind berechenbarer und erlauben ein schnelleres Handeln der Verwaltung. Sie zwingen die Kommunalpolitiker, sich über ihre Ziele klarzuwerden. Der Zeitaufwand dafür ist sehr hoch. Viele umfangreiche Berichte und Vorlagen sind zu bearbeiten. Die politischen Debatten verlagern sich zunehmend in die Ausschüsse. Dabei werden oft einvernehmliche Lösungen gefunden, die im Kreistag ohne weitere Aussprache eine große Mehrheit erhalten.

Welche Persönlichkeiten haben den Kreis geprägt; ihn zu dem gemacht, was er heute ist?
Mir fallen viele Namen ein. Nennen will ich keinen, denn für jeden genannten Namen bleiben hundert Namen ungenannt. Der Kreis als Gemeinwesen wird von sehr vielen Menschen geprägt. Auf ihr Engagement in Politik, Verwaltung und Wirtschaft, in der Sozialarbeit, in den Bereichen Kultur, Umwelt, Naturschutz, Katastrophenschutz, Sport und vielen weiteren, sei es im Beruf oder Ehrenamt, kommt es an. Erst das Zusammenspiel ihrer Kräfte bestimmt unsere öffentlichen Lebensbedingungen.

Im Rahmen des Jubiläums wird es im September eine Ausstellung im Kreishaus geben. Was erwartet die Besucher?
Wir haben unter der Mitwirkung von vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung und anderer Institutionen Material zusammengetragen, aus dem die Entwicklung unseres Kreises in den zurückliegenden 150 Jahren deutlich wird. Auf 18 Schautafeln bringen wir Fakten, Daten und Bilder aus verschiedenen ausgewählten Bereichen, zum Beispiel Bevölkerungsentwicklung, Verkehrsinfrastruktur, Sozialwesen, Feuerwehr, Abfallbeseitigung bis hin zu Landräten und Kreistagen.
Im Übrigen: Wir haben in diesem Jahr auf der Homepage des Kreises auch ein Portal zur Kreisgeschichte eröffnet. Es ist als offenes fortschreibungsfähiges System konzipiert. Dort werden auch Zugänge zu den 95 Gemeinden des Kreises gelegt, deren Geschichte ja ebenfalls ein Teil der Kreisgeschichte ist.

Wie muss sich der Kreis aufstellen, um auch die nächsten 150 Jahre bestehen zu können?
Um den Bestand des Kreises mache ich mir keine Sorgen. Wichtig ist, dass er für das Leben der Menschen aller Altersstufen attraktiv bleibt. Es gilt, den Bedürfnissen und Ansprüchen von jeweils vier Generationen gerecht zu werden. Wir müssen die schnellen Veränderungen unserer Zeit aufnehmen, die darin liegenden Chancen erkennen. Und wir sollten unsere Infrastruktur erhalten und ausbauen und flexibel auf plötzliche Ereignisse wie die Flüchtlingsbewegung reagieren.

bad-segeberg Kreisverwaltung