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Bad Segeberg | Agentur für Arbeit

Arbeitslosenschock für den Kreis Segeberg

Kreis Segeberg (em) Die Corona-Krise hat enorme Auswirkungen auf die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt. Nicht nur die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit anzeigen, ist in die Höhe geschnellt, auch die Zahl der Menschen ohne Job ist im April deutlich angewachsen. Im Kreis Segeberg stieg die Arbeitslosenzahl um 1.011 Personen oder 15,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Damit waren im April 7.585 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl um 1.529 oder 25,2 Prozent.

„Die Kurzarbeit rettet derzeit viele Jobs, gleichzeitig stieg dennoch die Arbeitslosigkeit erwartungsgemäß stark an. Deutlich mehr Menschen meldeten sich aus einer Beschäftigung arbeitslos. Die zu dieser Jahreszeit üblichen Einstellungen und Wiedereinstellungen gingen hingegen stark zurück. Auch konnten wesentlich weniger Arbeitslose in Weiterbildungen und Praktika starten. Die übliche Frühjahrsbelebung wird in diesem Jahr ausfallen", sagt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn und erklärt weiter: „Wir sichern jetzt mit aller Kraft vorrangig den Lebensunterhalt der betroffenen Menschen und die Existenz der Firmen in unserer Region.“

67,2 % mehr Arbeitslose als im gleichen Monat des letzten Jahres
Im April meldeten sich 965 Menschen aus einer Beschäftigung arbeitslos. Dies waren 67,2 Prozent mehr als im gleichen Monat des letzten Jahres (April 2019: 577 Personen). Besonders viele Arbeitslosmeldungen gab es von Beschäftigten des Gastgewerbes, des Einzelhandels, des Kfz-Gewerbes sowie aus einigen Dienstleistungsbranchen (z.B. Unternehmensberatungen, technische Berater, Freiberufler).

Gleichzeitig beendeten viel weniger Menschen als üblich in diesem Monat ihre Arbeitslosigkeit. So nahmen 362 Personen eine Beschäftigung auf, 34,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Und nur 177 Personen gingen in eine Ausbildung, Bildungsmaßnahme oder betriebliches Praktikum (-59,7 Prozent zum April 2019).

Im Bereich des Jobcenters Kreis Segeberg (Grundsicherung) stieg die Zahl der Arbeitslosen um 361 oder 9,8 Prozent auf 4.056. Einen noch stärkeren Anstieg registrierte die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung). Die Zahl der betreuten Arbeitslosen erhöhte sich hier um 650 oder 22,6 Prozent auf 3.529 Menschen.

„Die Leistungen zum Lebensunterhalt sind gesichert. Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld und Leistungen der Grundsicherung werden vorrangig bearbeitet. Arbeitsagentur und Jobcenter setzen hier alle möglichen Personalressourcen ein. Die Leistungen werden in der Regel inzwischen innerhalb weniger Tage bewilligt“, betont Thomas Kenntemich. Zur finanziellen Absicherung plant die Regierungskoalition kurzfristig eine vorübergehende Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes 1. Diejenigen, deren Anspruch zwischen dem 1. Mai und 31. Dezember 2020 enden würde, sollen drei Monate länger das Arbeitslosengeld 1 erhalten. Damit würde berücksichtigt, dass die Jobsuche derzeit erschwert ist oder auch geplante Wiedereinstellungen erst später stattfinden.

Die Personalnachfrage der Betriebe ist im April stark zurückgegangen. Die Unternehmen gaben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und des Jobcenters Kreis Segeberg 214 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind 475 weniger als im Vormonat und 510 weniger im April 2019.

Kurzarbeiterzahl von 53 auf 30.472 Beschäftigte gestiegen
Kurzarbeitergeld In den beiden Monaten März und April sind 2.256 Anzeigen von Kurzarbeit eingegangen und wurden geprüft. Einige Betriebe hatten die Kurzarbeit auf verschiedenen Wegen angezeigt, etwa postalisch und gleichzeitig online. Diese „Dubletten“ wurden beim Bearbeiten bereinigt. Die Unternehmen im Kreis Segeberg zeigten Kurzarbeit für insgesamt 30.472 Beschäftigte an. In dem gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte nur eine Handvoll Betriebe Kurzarbeit für 53 Personen angemeldet. Nicht immer wird angezeigte Kurzarbeit auch realisiert: Wenn sich zum Beispiel die Auftragslage kurzfristig verbessert hat oder behördliche Maßnahmen aufgehoben wurden, konnten Betriebe möglicherweise wieder normal arbeiten. Dann wurde zwar Kurzarbeit angezeigt, aber nie realisiert.

„Die hohe Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes zeigt, dass die meisten Unternehmen in unserer Region weiterhin auf ihr eingearbeitetes Personal setzen und in die Zukunft vertrauen. Noch gehen jeden Tag Anfragen nach Kurzarbeit ein, jedoch flacht die Kurve der Neuanzeigen inzwischen deutlich ab. Die Flutwelle von Anzeigen, die bei uns einging, konnte inzwischen beschieden werden. Jetzt geht es vorrangig an die Auszahlung der monatlich eingehenden Abrechnungen der Betriebe. Diese Aufgabe wird noch auf längere Zeit einen großen Teil unseres Personals binden", darauf weist Thomas Kenntemich hin.

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