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Bad Segeberg | Agentur für Arbeit

Mehr Arbeitslose, auch wieder mehr Chancen

Kreis Segeberg (em) Im Kreis Segeberg stieg die Arbeitslosenzahl um 234 Personen oder 2,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Damit waren im Juni 8.199 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl um 2.095 oder 34,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist von 5,1 im Vormonat auf 5,3 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr hatte sie 4,0 Prozent betragen. „Die hohe Inanspruchnahme der Kurzarbeit und die allmähliche Lockerung der Beschränkungen für Unternehmen nehmen viel Druck vom Arbeitsmarkt.

Dennoch steigt die Arbeitslosigkeit weiter. Dazu tragen in diesen Wochen auch das Ende des Schuljahres und vieler Ausbildungsgänge bei. Zudem konnten Qualifizierungen und Praktika nicht im bisherigen Umfang stattfinden – diese entlasteten den Arbeitsmarkt sonst zusätzlich", erklärt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn.

Im Juni meldeten sich 566 Menschen aus einer Beschäftigung arbeitslos. Dies waren 120 weniger als im Mai, jedoch 99 mehr als im Juni letzten Jahres.

Besonders stieg die Zahl der jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahre um 60,7 Prozent zum Vorjahresmonat auf 860 Personen. Jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind oft leichter zu kündigen, haben befristete Arbeitsverträge und kürzere Kündigungsfristen. Auch meldeten sich zum aktuellen Schul- und Ausbildungsende wieder mehr junge Menschen erst einmal arbeitsuchend.

Im Kreis Segeberg besuchten im Juni 396 Menschen eine berufliche Weiterbildung, die durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter gefördert wurde. Dies sind 13 Prozent weniger als vor einem Jahr. Weitere 279 nahmen an Kurzqualifizierungen oder betrieblichen Praktika teil. Hier liegt der Rückgang sogar bei 51 Prozent zum Vorjahr.

Vor allem die Arbeitsagentur bekam zunächst die Auswirkungen der Krise zu spüren, denn die meisten Arbeitslosen, die sich neu meldeten, kommen aus einer Beschäftigung und besitzen einen Versicherungsanspruch auf Arbeitslosengeld 1. Auch im Jobcenter gab es einen Anstieg. Von den insgesamt 8.199 Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) im Juni 3.966 Personen. Damit stieg die Zahl um 149 gegenüber dem Vormonat. Es waren 1.495 Personen (+60,5 Prozent) mehr als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet.

Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 4.233 Arbeitslose registriert. Dies sind 85 Personen mehr als im Mai. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl um 600 Personen oder 16,5 Prozent gestiegen.

Die Personalnachfrage im Kreis Segeberg hat im Juni wieder etwas angezogen, bleibt aber noch weit hinter der Vor-Corona-Zeit zurück. Die Unternehmen gaben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und des Jobcenters Kreis Segeberg 483 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind 220 mehr als im Vormonat.

Während einige Branchen wie Hotels und Gastronomie, Messebau und Veranstaltungswesen oder Reisebüros derzeit noch stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sind, bessert sich die wirtschaftliche Stimmung in anderen Branchen. So wurden mehr neue Jobangebote im Einzelhandel, im Gesundheitswesen und der Altenpflege sowie im öffentlichen Dienst aufgegeben. Deutlich mehr freie Stellen zeigten auch Zeitarbeitsfirmen an – diese Branche gilt als Frühindikator für die Entwicklung am Arbeitsmarkt.

„Rund ein Drittel des Stellenangebots war durch die Corona-Pandemie weggebrochen. Die Tendenz zeigt nun wieder eine langsame Erholung – zumindest in einigen Branchen. Mehr Menschen konnten wieder eine Beschäftigung aufnehmen - das macht Mut! Die Arbeitssuche kann auch in dieser Krisenzeit erfolgreich sein,“ betont Thomas Kenntemich. Ein kurzfristiger Rückgang der Arbeitslosigkeit sei jedoch nicht zu erwarten: „Saisonal üblich ist ein weiterer Anstieg der Arbeitslosenzahlen in den kommenden Sommerwochen. Erst mit der Herbstbelebung am Arbeitsmarkt könnten sich die Daten vom Arbeitsmarkt verbessern. Voraussetzung ist, dass wir uns alle in dieser Pandemie weiter so umsichtig und verantwortungsvoll verhalten.“

Die Gesamtzahl der offenen Arbeitsangebote in der JOBBÖRSE ist zum Vorjahresmonat um 943 gesunken. Aktuell sind 1.874 freie Stellenangebote im Kreis Segeberg gemeldet.

Immer mehr Arbeitslosen gelingt wieder die erfolgreiche Arbeitsaufnahme. So haben sich 422 Menschen im Juni aus der Arbeitslosigkeit in eine Beschäftigung abmelden können – dies sind 86 mehr als im Mai und „nur noch“ 22 weniger als im Juni 2019.

Mit den eServices können Arbeitsuchende ihre eigenen Daten selbst eingeben und stets aktuell halten. Um die passenden Stellenangebote online über die JOBBÖRSE zu erhalten, ist es wichtig, dass Arbeitsuchende ihr Bewerberprofil aussagekräftig gestalten. Wer dies nutzt, steigert seine Chancen bei der Jobsuche.

Die Zahl der Neuanzeigen von Kurzarbeitergeld ging im Juni deutlich zurück. Weitere 45 Betriebe gaben Anzeigen auf Kurzarbeit auf. Für die Monate April bis Juni sind insgesamt 2.667 Anzeigen eingegangen und wurden geprüft. Die Unternehmen im Kreis Segeberg zeigten in den drei Monaten Kurzarbeit für insgesamt 36.217 Beschäftigte an.

Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter bleiben vor allem weiter online und telefonisch erreichbar. Mitte Juni wurden an den Standorten neue Servicebereiche fertig gestellt, so dass einzelne Kunden nach Terminabsprache zu dringend erforderlichen, persönlichen Gesprächen empfangen werden können. Aufgrund des Gesundheitsschutzes kann es einen freien ungesteuerten Publikumsverkehr weiterhin noch nicht geben.

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Großartiges. Allein der Anstieg der Arbeitslosigkeit um rund 2.100 Menschen ist eine Mammutaufgabe. Daneben wurden mehr als 2.600 Anzeigen auf Kurzarbeit geprüft und nun regelmäßig das existenzsichernde Kurzarbeitergeld ausgezahlt. Demnächst sollen die Agenturen für Arbeit die Gewährung der neuen Ausbildungsprämien übernehmen. Viele Vermittlungs- und Beratungsfachkräfte werden daher noch weiter die Leistungsbearbeitung unterstützen. Die meisten Anliegen unserer Kunden können wir wie bisher vor allem online oder telefonisch erledigen,“ erläutert Thomas Kenntemich. Die Online-Angebote finden sich unter www.arbeitsagentur.de oder www.jobcenter.digital.

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