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Bad Segeberg | Agentur für Arbeit

Am Arbeitsmarkt ist der Winter angekommen

Kreis Segeberg (em) Ein echter Wintereinbruch mag bisher nicht so richtig spürbar sein und doch, auf dem Arbeitsmarkt macht sich die Wintersaison mit den üblichen steigenden Arbeitslosenzahlen bemerkbar. Der Anstieg im Januar beendet die Serie von fünf Monaten mit sinkenden Arbeitslosenzahlen. Im Kreis Segeberg stieg die Arbeitslosenzahl um 334 Personen oder 4,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Damit waren im Januar 8.124 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl um 1.416 oder 21,1 Prozent.

Die Arbeitslosenquote ist von 5,0 im Vormonat auf 5,2 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr hatte sie 4,4 Prozent betragen.

„Ein Anstieg zum Jahresanfang war zu erwarten. Der Ausschlag ist saisonal üblich und weicht nicht viel vom Vorjahr ab. Zum Jahresende laufen häufig befristete Beschäftigungen im kaufmännischen Bereich aus. Zudem melden sich verstärkt Menschen aus witterungsabhängigen Branchen wie dem Baugewerbe oder dem Garten- und Landschaftsbau vorübergehend arbeitslos – auch wenn der Winter bislang relativ mild war. Einen sichtbaren „Lockdown-Aufschlag“ gab es bisher nicht. Weiterhin werden viele Arbeitsplätze mit Kurzarbeitergeld abgesichert. Betroffene Unternehmen kämpfen um ihre Existenz, sehen aber weiter Zukunftsperspektiven und halten weiterhin ihre eingearbeiteten Fachkräfte", sagt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn, zur Entwicklung am Arbeitsmarkt.

Im Kreis Segeberg meldeten sich im Januar 821 Personen (Dezember: 558) aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos. Die höchsten Arbeitslosenzahlen im Jahresverlauf werden in den ersten Wochen des Jahres registriert. Doch für viele war die Jobsuche auch erfolgreich. So konnten 379 Menschen in diesem Monat eine neue Arbeit aufnehmen und ihre Arbeitslosigkeit beenden (Dezember: 432).

Den größten Anstieg hat weiterhin die Arbeitsagentur zu bewältigen, doch auch im Jobcenter meldeten sich mehr Menschen. Von den insgesamt 8.124 Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) im Januar 3.970 Personen, das sind 191 mehr als im Vormonat. Es waren 1.030 Personen (+35,0 Prozent) mehr als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet. Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 4.154 Arbeitslose registriert. Dies sind 143 Personen mehr als im Dezember. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl um 386 Personen oder 10,2 Prozent gestiegen.

Zu den 8.124 Arbeitslosen kamen im Januar 1.818 weitere Menschen, die ohne Arbeit waren – z. B. weil sie sich derzeit qualifizieren oder vorübergehend arbeitsunfähig sind. Insgesamt 9.942 Personen befanden sich damit im Kreis Segeberg in Unterbeschäftigung1). Die Unterbeschäftigung ist in den letzten zwölf Monaten um 1.178 Personen gestiegen. Damit liegt sie um 13,4 Prozent höher als im Januar 2020.

Im Januar besuchten 505 Menschen aus dem Kreis Segeberg eine berufliche Weiterbildung, die durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter gefördert wurde. Weitere 413 nahmen an Kurzqualifizierungen oder betrieblichen Praktika teil. Arbeitsuchende erweitern dadurch ihre Kenntnisse, erwerben wichtige berufliche Zertifikate und können ihre Chancen bei der Jobsuche deutlich erhöhen.

Nicht immer gelingt die Arbeitssuche in dieser Pandemiezeit zügig. Vorsichtigere Personalplanungen, verschobene Bewerbungsverfahren, ausgesetzte Praktikumsangebote und Qualifizierungen – alles Gründe, warum Einstellungen in den letzten Monaten nicht so schnell zustande kamen. Dies führt häufiger auch zu einer verlängerten Arbeitslosigkeit. Im Januar waren 2.586 Menschen im Kreis Segeberg langzeitarbeitslos – sie befanden sich bereits ein Jahr oder länger auf Jobsuche. Das sind 745 mehr als vor einem Jahr. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen stieg von 27,4 Prozent auf 31,8 Prozent.

„Mit der Frühjahrsbelebung und möglicherweise gelockerten Pandemie-Einschränkungen kann der Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten Rückenwind bekommen und es wieder mehr Chancen für Arbeitssuchende geben. Dennoch ist die Gefahr groß, dass sich eine „neue“ Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt. Corona hat den technologischen Wandel beschleunigt und führt zu strukturellen Änderungen der Wirtschaft und der Arbeitsplätze. Es wird eine große Herausforderung die Menschen -vor allem die, mit geringen formalen Qualifikationen- auf diesem Weg mitzunehmen und sie bereits jetzt gut vorzubereiten. Jobcenter und Arbeitsagentur beraten Betroffene, bieten Coachings und Qualifizierungen an, unterstützen das gegenseitige Kennenlernen in Praktika und fördern die Einstellung bei Arbeitgebern mit finanziellen Zuschüssen“, erklärt Thomas Kenntemich.

Die Personalnachfrage der Betriebe hat am Jahresbeginn leicht angezogen, erreicht aber längst nicht das Niveau des Vorjahresmonats. Die Unternehmen gaben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und des Jobcenters Kreis Segeberg 411 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind 37 mehr als im Dezember, jedoch 141 weniger als vor einem Jahr. Aktuell sind 1.501 Arbeitsangebote im Kreis Segeberg gemeldet. Vor einem Jahr waren es 218 Stellen mehr.

Auch im Jahr 2021 bleibt die Kurzarbeit ein wichtiges und effektives Mittel, um Arbeitsplätze in der Region zu sichern und den Unternehmen ihr eingearbeitetes Personal zu erhalten.
Im Dezember zeigten 244 Betriebe aus dem Kreis Segeberg für 2.394 Beschäftigte Kurzarbeit neu an. Dies sind mehr als im Vormonat (Dez. 2020: 209 Anzeigen für 1.693 Beschäftigte).
Die meisten Neuanzeigen kamen aus den aktuell besonders vom Lockdown betroffenen Bereichen wie dem Einzelhandel (ohne Lebensmittel), Kfz-Handel, Gastgewerbe sowie Friseur- und Kosmetiksalons.

Nicht jede angezeigte Kurzarbeit wird auch tatsächlich realisiert. Drei Monate haben Arbeitgeber Zeit, ihre Abrechnungen einzureichen. Jetzt liegen Kreisdaten über die tatsächlich realisierte Kurzarbeit für den August 2020 vor. Die wirtschaftliche Erholung während der Sommermonate wird dabei sichtbar. Im August gab es im Kreis Segeberg 7.850 Kurzarbeitende in 874 Betrieben. Die Kurzarbeiterquote betrug 8,5 Prozent. Die Spitze der Kurzarbeit lag jedoch im Mai 2020 mit einer Quote von 14,4 Prozent - das bedeutet, fast jeder siebte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte befand sich in Kurzarbeit.


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