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Bad Segeberg | Fledermaus-Zentrum

Fledermäuse und Coronaviren

Bad Segeberg (em) Im Zusammenhang mit dem in China neu aufgetretenen SARS-Coronavirus-2 haben genetische Analysen des Virusgenoms gezeigt, dass das neue Virus starke Ähnlichkeiten mit Viren aufweist, die in Fledermäusen aus der Familie der Hufeisennasen gefunden wurden.

„Wir haben bereits im Jahr 2007 zusammen mit dem Virologen Christian Drosten Kot- und Speichelproben von Fledermäusen aus Schleswig-Holstein untersucht und es konnte damals gezeigt werden, dass entfernte Verwandte des SARS-Coronavirus auch in schleswig-holsteinischen Fledermausarten, also außerhalb von China vorkommen. Das war seinerzeit eine völlig neue Erkenntnis“, erinnert sich der Diplombiologe Florian Gloza-Rausch, Geschäftsführer des Fledermaus-Zentrums Bad Segeberg. Auch damals gab es Befürchtungen, dass sich Menschen direkt bei Fledermäusen mit Coronaviren infizieren könnten. Dies gilt nach Aussagen des Virologen Christian Drosten jedoch als unwahrscheinlich, da die entsprechenden Eiweiße an der Oberfläche der Fledermausviren, die für ein Eindringen in Zellen notwendig sind, nicht für menschliche Zellen passen.

Im Fall von SARS-Viren bedarf es zunächst einer Übertragung auf einen so genannten Zwischenwirt. Das ursprünglich aus Fledermäusen stammende Virus muss durch Mutation umgebaut werden, um überhaupt in menschliche Zellen eindringen und sich vermehren zu können. Zu solchen zoonotischen Übergängen ist es nach bisherigen Erkenntnissen auf Wildfleischmärkten in China gekommen, denn sehr viele der ersten infizierten Patienten sowohl bei SARS und jetzt auch bei SARS 2 hatten Wildfleischmärkte besucht oder Kontakt mit Personen von diesen Märkten.

Für Gloza-Rausch ist klar: „Fledermäuse übertragen keine Coronaviren direkt auf den Menschen“. Nicht die Fledermäuse sind an dieser Stelle das Problem, sondern der Mensch selbst, der durch sein unbarmherziges Ausbeuten natürlicher Ressourcen, die massive Zerstörung von Ökosystemen und den ungebremsten Handel von wild lebenden Tieren die Entstehung und Übertragung gefährlicher Virusmutationen erst möglich macht!“

Foto: Coronaviren aus Fledermäusen können nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen werden. Im Fall von SARS-Coronavirus und SARS-Coronavirus-2 haben Wildfleischmärkte oder Pelztierfarmen in China wohl erst die Bedingungen geschaffen, unter denen ein in Fledermäusen harmloses Virus durch Mutationen in einem Zwischenwirt zu einem humanen Krankheitserreger von globaler Bedeutung werden konnte. (Foto: Florian Gloza-Rausch)

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