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Bad Segeberg | Kreis Segeberg

109 Vion Mitarbeiter mit Corona infiziert

Kreis Segeberg (em) „Vorderstes Ziel ist es, weitere Menschen vor einer Ansteckung zu schützen und die Infektketten zu durchtrennen“, sagt Landrat Jan Peter Schröder mit Blick auf die gestiegene Infiziertenzahl rund um den Schlachtbetrieb Vion in Bad Bramstedt. Die hohe Fallzahl bei Mitarbeitern der Fleischindustrie aus Kellinghusen (Kreis Steinburg), die in Bad Bramstedt arbeiten, haben den Kreis Segeberg dazu veranlasst, alle, die bei Vion in irgendeiner Form am Betriebsablauf beteiligt waren, auf das Coronavirus zu testen.

Nun liegen erste Ergebnisse vor: Demnach sind von bisher insgesamt 179 Abstrichen bislang 32 positiv ausgefallen. Weitere Testergebnisse stehen noch aus. Hinzukommen die getesteten Mitarbeiter aus Kellinghusen im Kreis Steinburg, von denen aktuell 77 positiv waren. Somit sind in diesem Zusammenhang derzeit 109 Menschen infiziert. „Aufgrund dieses dynamischen Infektionsgeschehens, das sich nur noch schwer nachvollziehen und rückverfolgen lässt, hat der Infektionsschutz des Kreises Segeberg jetzt alle, die in Bad Bramstedt gearbeitet haben und im Kreis Segeberg leben, unter eine 14-tägige Quarantäne gestellt – unabhängig davon, ob der erste Test positiv oder negativ ist“, so der Landrat.

Von den 32 neuen positiven Fällen wohnt ein großer Teil im Raum Bad Bramstedt. Aber auch Nachbarkreise und kreisfreie Städte sind betroffen. Der Infektionsschutz hat den dortigen Gesundheitsämtern ebenfalls die Anordnung einer Quarantäne empfohlen. Aktuell leitet der Infektionsschutz alle notwendigen Schritte ein. Bei Sprachproblemen mit ausländischen Mitarbeiter*innen stehen Dolmetscher*innen unterstützend zur Seite.

Da die Infizierten, anders als in Kellinghusen, dezentral in kleineren Wohneinheiten leben, ist eine Überwachung der Einhaltung der Quarantänemaßnahmen hier nicht ohne weiteres möglich. „Wir haben aber ohnehin bisher die Erfahrung gemacht, dass sich die Menschen an die Anordnung halten und sehen daher im Moment keine Veranlassung für eine Überwachung“, so Schröder. Der tägliche Anruf des Infektionsschutzes sei obligatorisch und viele seien dankbar für den Austausch, da sie Fragen stellen könnten und sich in dieser Situation nicht ganz alleine fühlten.

In Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Bramstedt sowie mit Unterstützung des Arbeitgebers der Betroffenen wird nun eine Lebensmittelversorgung für jene sichergestellt, die diese nicht aus dem privaten Umfeld heraus organisieren können.

Regelmäßige mikrobiologische Untersuchungen bei Vion sind laut Leitendem Amtsveterinär Markus Overhoff stets „ohne Beanstandung“ ausgefallen, während Corona, aber auch davor. Auch die amtlichen Kontrollen des Hygienestatus im Schlachtbetrieb bieten demnach keine Anhaltspunkte für Handlungsbedarf. „Wir wissen nicht, wie sich das Virus so ausbreiten konnte“, sagt Landrat Schröder, der die hohen Infektionszahlen aber auf den privaten Bereich zurückführt und nicht auf die hygienischen Verhältnisse bei Vion. „Eine Kontrolle im Privaten ist schlichtweg nicht möglich.“

Im Moment befindet sich Vion in Betriebsferien. „Immer wieder werde ich gefragt, warum der Kreis den Betrieb nicht einfach stilllegt? Die Antwort: Rechtlich haben wir dafür keine Handhabe, da die Produktion von Lebensmitteln als systemrelevant gilt und eine Übertragung des Virus durch Lebensmittel bislang noch nicht beschrieben worden ist.“ Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ergänzt dazu, dass bisher keine Infektionen mit SARSCoV- 2 über den Übertragungsweg „Fleisch“ bekannt seien. Nutztiere, die zur Fleischproduktion verwendet werden, seien nach gegenwärtigem Wissensstand nicht mit SARS-CoV-2 infizierbar und könnten das Virus also über diesen Weg nicht auf den Menschen übertragen. „Sicher ist auf jeden Fall, dass aufgrund der angeordneten umfassenden Quarantänemaßnahmen zunächst keine potenziell Ansteckungsverdächtigen im Betrieb arbeiten können – womit die Infektkette vor Ort unterbrochen ist“, sagt Schröder.

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