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Bad Segeberg | Kreis Segeberg

Auswirkungen der Pandemie auf Kinder und Jugendliche

Kreis Segeberg (em) Kreis Segeberg. Nach einem Jahr Corona bedingter Pause hat der Segeberger Workshop für Kinder- und Jugendgesundheit kürzlich wieder in der Jugendakademie in Bad Segeberg in Präsenz stattgefunden. Mit der jährlichen Veranstaltung hat der Kreis in Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsakteur*innen zum nunmehr 14. Mal aktuelle Themen der Kinder- und Jugendgesundheit aufgegriffen.

Der Schwerpunkt lag dieses Mal im Bereich der psychosozialen Gesundheit mit aktuellem Bezug zur Corona-Pandemie und deren Auswirkungen.

„Das vergangene Jahr hat uns allen noch einmal mehr gezeigt, welchen Stellenwert und Einfluss die psychische Gesundheit auf unser Wohlbefinden, unsere Lebensrealität und Lebensqualität hat“, sagte Kreispräsident Claus Peter Dieck in seiner Begrüßung.

Gekommen waren rund 80 Frauen und Männer, die pädagogisch oder medizinisch mit Kindern und Jugendlichen arbeiten oder sich ehrenamtlich in diesen Bereichen engagieren. „Der Workshop bot Gelegenheit für einen fachübergreifenden Austausch, zeigte Hilfen auf und hat das Ziel, dass die Teilnehmer*innen die Ergebnisse und Informationen im Anschluss weiterverbreiten“, sagt Dr. Sylvia Hakimpour-Zern, Leiterin des Fachdienstes „Sozialpsychiatrie und Gesundheitsförderung“, die den Nachmittag moderierte.

Wie erleben Kinder und Jugendliche die Corona-Pandemie? Welche Auswirkungen haben die Herausforderungen auf ihre psychische Gesundheit? Was kann Kindern dabei helfen, besser mit den Belastungen umzugehen? Dr. Anne Kaman ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und stellvertretende Leiterin der Forschungssektion Child Public Health an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. In ihrem Vortrag befasste sie sich mit Fragen wie diesen und verdeutlichte, dass Kinder in der Coronapandemie vielfältige Belastungen erleben. Sie benötigen demnach langfristig Unterstützung, damit aus dem „Belastungserleben“ keine chronische psychische Erkrankung erwächst.

Das anschließende Forum diente der Vertiefung des Themas. Anhand von Fallbeispielen aus der Praxis wurden unter anderem Strategien zur Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen während und nach der Corona-Pandemie erarbeitet.
Ein weiteres Thema war „Medienkompetenz – zwischen Homeschooling und Ersatzbeschäftigung“. Während der Corona-Pandemie hat sich das Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen drastisch verändert. Aus Mangel an Beschäftigungsalternativen haben sie verstärkt digitale Angebote genutzt, digital kommuniziert und digital gelernt. Das wurde im Vortrag von Bjoern Petersen deutlich. Er ist Regionalreferent für Medienkompetenz des Offenen Kanals Schleswig-Holstein und veranschaulichte, wie Erwachsene, egal ob Lehrer*in oder Eltern, Kinder und Jugendliche beim Umgang mit digitalen Medien erfolgreich unterstützen können.

„Das dritte Thema, was uns bewegt, sind Kinder in psychosozial belasteten Familien“, so Hakimpour-Zern. Dr. Christoph Barchewitz, Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Angela Barchewitz betreiben seit 2019 eine privatärztliche Praxis und Kooperationspraxis für die örtliche Jugendhilfe in Bad Segeberg. Sie klärten darüber auf, dass es nicht die eigentlichen Diagnosen von Mutter oder Vater seien, die für Kinder und Jugendliche belastend seien, sondern das Ausmaß an Instabilität und fehlender Präsenz der Eltern. Wertvoll für betroffene Kinder und Jugendlichen seien nahe Verwandte oder externe zugewandte Menschen wie Lehrer*innen oder Sporttrainer*innen.

Im Rahmen eines weiteren vertiefenden Forums wurde ein im Kreis Segeberg entwickeltes Hilfe-System für psychosozial belastete Kinder und ihre Mütter vorgestellt. Dabei geht es vor allem darum, dass Schulkräfte und andere Unterstützer*innen der Kinder keine Scheu haben, als helfende Institution für die Eltern die Jugendämter zu benennen, die vorurteilsfrei an der Seite der Familien stehen und zur Stabilisierung der Kinder innerhalb der Familie beitragen.
Neben den Vorträgen und Foren gab es verschiedene Infostände, unter anderem von den ATS-Suchthilfezentren, der Therapiehilfe, der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung, dem Kreis-Jugendamt und dem Fachdienst Sozialpsychiatrie und Gesundheitsförderung.

Foto: Teilnehmerinnen beim Workshop ©Kreis Segeberg

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