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Bad Segeberg | Kreis Segeberg

Präventionsprojekt „Verrückt? Na und!“

Kreis Segeberg (em) Seit die Regionalgruppe des Präventionsprojektes „Verrückt? Na und!“ im August 2020 unter neuer Leitung ihre Arbeit wiederaufgenommen hat, ist viel passiert. „Schulschließungen und Betretungsverbote machten es nicht leicht, mit dem Präventionsprojekt für Jugendliche an Schulen zum Einsatz zu kommen“, sagt Projektkoordinatorin Kathrin Geyer vom Fachdienst „Sozialpsychiatrie und Gesundheitsförderung“.

Dennoch nahmen im vergangenen Jahr 450 Schüler*innen von neun Schulen aus dem gesamtem Kreisgebiet an insgesamt 22 Projekttagen teil. „Wir haben sogar eigens entwickelte digitale Projekttage angeboten, um die Schüler*innen auch im Homeschooling zu erreichen und in der Bewältigung von Belastungen zu unterstützen“, so Geyer.

„Unser Ziel ist es, die psychische Gesundheit von Schüler*innen und Lehrkräften zu stärken“, sagt Geyer. Mit den „Verrückt? Na und!“-Schultagen werden Schulen ermutigt, sich aktiv mit der Thematik „psychische Gesundheit“ zu befassen. Es werden einfache und wirksame Wege aufgezeigt, wie an Schulen die seelische Gesundheit gestärkt und psychische Krisen gemeistert werden können. Schüler*innen erfahren, wie sie Warnsignale seelischer Krisen erkennen. Sie lernen, sich und anderen zu helfen und finden heraus, was ihr seelisches Wohlbefinden stärkt. Ängste und Vorurteile gegenüber Menschen mit seelischen Krisen werden hinterfragt und abgebaut.

Aktuelle Studien zeigen, dass junge Menschen gerade in der Zeit der Pandemie von seelischer Belastung betroffen sind und vermehrt psychische Störungen auftreten, zum Teil auch mit schweren Verläufen. „Es erscheint gerade jetzt wichtiger denn je, mit den Jugendlichen über ihre Belastungen zu sprechen und Hilfen aufzuzeigen. Am Lernort Schule ist das ideal, weil wir die Jugendlichen dort in ihrer Lebenswelt antreffen. Unser kostenfreies Angebot stärkt die Klassengemeinschaft und auch die Lehrkräfte werden für das Thema
sensibilisiert. Wir freuen uns, dass das Angebot gut angenommen wird und wir schon einige Schulen im Kreis erreichen konnten.“

Methodisch und inhaltlich ist das Programm so aufbereitet, dass es sich für Jugendliche und junge Erwachsene ab der 9. Klasse in allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen sowie für deren Lehrkräfte am besten eignet. An den Schulprojekt-Tagen gibt ein Team, das aus einer sozialpädagogischen Fachkraft und einer ehrenamtlichen, psychiatrieerfahrenen Person besteht, Informationen rund um das Thema psychische Gesundheit und auch Einblicke in das persönliche Erleben von Menschen mit psychischen Störungen. „Ziel dabei ist, dass Jugendliche lernen, was sie im Krisenfall selbst tun können, wo es welche Hilfen gibt und wie man damit umgehen kann, wenn im persönlichen Umfeld jemand von psychischen Erkrankungen betroffen ist.“

Mittlerweile arbeiten sechs sogenannte „persönliche Expert*innen“ im Projektteam mit, die ihre ganz persönlichen Geschichten und Erfahrungen in den Klassen erzählen. Eine davon ist Anja Andresen. „Ich brenne für dieses wichtige Projekt, da es zum einen jungen Menschen hilft, schwere Verläufe von psychischen Erkrankungen vorzubeugen, zum anderen trägt es auch zu meiner eigenen Genesung bei. Es tut gut, den Schüler*innen Mut zu machen, sich rechtzeitig Hilfe zu holen. Das hätte ich zu meiner Schulzeit auch gebraucht“, sagt die Bad Segebergerin. Ihre Mitstreiterin Heike Korthals hat besonders die Kinder und Familien von Erkrankten im Fokus: „Ich als psychisch erkrankte Mutter weiß, wie einsam psychische Erkrankungen machen. Nicht nur Betroffene selbst, sondern auch die dazugehörige Familie.“
„Das Projekt wird von Lehrkräften, Schulsozialarbeiter*innen und den Jugendlichen als äußerst wertvoll erlebt. Wir machen uns stark für die seelische Gesundheit aller Menschen im Kreis Segeberg und wollen das Projekt möglichst sämtlichen weiterführenden Schulen anbieten“, sagt Dr. Sylvia Hakimpour-Zern, Leiterin des Fachdienstes „Sozialpsychiatrie und Gesundheitsförderung“.

Interessierte Schulen können per E-Mail unter kathrin.geyer@segeberg.de weitere Informationen erhalten und Projekttage buchen.

Foto: Sie setzen das Projekt „Verrückt? Na und!“ im Kreis Segeberg um (von links): Anja Andresen, Heike Korthals, Dr. Sylvia Hakimpour-Zern und Kathrin Geyer. Foto: Kreis Segeberg

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