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Bad Segeberg | Kreis Segeberg

Pilotprojekt zur besseren Versorgung ukrainischer Flüchtlinge

Kreis Segeberg (em) Kreis Segeberg. Die medizinische Versorgung von Geflüchteten aus der Ukraine soll in einem landesweiten Pilotprojekt verbessert werden. Das Projekt zielt darauf ab, Sprachbarrieren mit Hilfe von geflüchtetem Fachpersonal zu überwinden und so niedrigschwellige Gesprächsangebote aufzubauen.

Unter den ukrainischen Geflüchteten befinden sich viele Personen, die in ihrer Heimat einen medizinischen Beruf ausgeübt haben. Ein landesweites Angebot soll diesen nun ermöglichen, das deutsche Gesundheitssystem kennenzulernen, um ihnen ihre Integration zu erleichtern. Ärzt*innen und anderem medizinischem Personal soll ermöglicht werden, in deutschen Arztpraxen als Sprachmittler*innen zu arbeiten, beispielsweise auch auf Englisch. Sie können Übersetzungsarbeit leisten bei Impfpässen, Medikamentenlisten und in der Anamneseerhebung. Ukrainische Geflüchtete haben so in den beteiligten Praxen ein niederschwelliges Angebot zu einem Gespräch in ihrer Muttersprache. Den Angehörigen der Gesundheitsberufe wird parallel dazu ermöglicht, ihre Deutschkenntnisse auszuweiten, um gegebenenfalls schneller eine Anerkennung ihrer ukrainischen Qualifikation in Deutschland zu erlangen. Die Rahmenbedingungen für dieses Projekt wurden kürzlich in einer Videokonferenz unter Beteiligung des schleswig-holsteinischen Sozialministeriums, des Innenministeriums, des Landesamtes für soziale Dienste, der Ärztekammer, der Kassenärztlichen Vereinigung, des Landkreistags und des Flüchtlingsrats beschlossen.

Die Initialzündung für das Projekt geht auf Dr. Oxana Ulan zurück, die als Allgemeinärztin in Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) arbeitet. „Ich habe ein Netzwerk aus über 70 Personen aufgebaut, die in der Ukraine tätig waren als Ärzte, Physiotherapeutinnen, Zahnärztinnen, Logopäden oder in anderen medizinischen Berufen gearbeitet haben. Diese Menschen möchten gerne in Deutschland arbeiten, auch ehrenamtlich. Viele von ihnen besuchen mehrere Deutschkurse gleichzeitig, um sich hier zu integrieren.“

Die notwendigen Schritte zur Anerkennung von Berufsqualifikationen und damit zu einer offiziellen Berufserlaubnis sind klar geregelt (https://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/2688.php). Nicht zuletzt auch für eine gut gelingende Integration stehen gute Deutschkenntnisse dabei an erster Stelle. Landesbehörden und Ärztekammer betonen, dass die hohen Anforderungen die Patient*innensicherheit und die Qualität der Gesundheitsversorgung sicherstellen. Dr. Carsten Leffmann, Geschäftsführer der Ärztekammer Schleswig-Holstein: „Wir tun viel dafür und freuen uns, qualifizierte Personen möglichst rasch zu integrieren. Ohne von staatlicher Stelle anerkannte Abschlüsse allerdings, müssen aus berufs- und haftungsrechtlichen Gründen definierte Grenzen bei der Tätigkeit strikt beachtet werden.“

Trotz mancher Hürde besteht landesweit der Wille, qualifizierte Ukrainer*innen einzubinden. Hierfür werden noch Praxen gesucht, die Interesse haben, ukrainische Sprachmittler*innen im Rahmen des Pilotprojekts aufzunehmen oder anzustellen. Interessierte aus dem ganzen Land können sich über ein Online-Formular des Kreises Segeberg registrieren. Auch Geflüchtete mit medizinischer Qualifikation, die in dieser Form tätig werden möchten, können sich unter www.segeberg.de/ukraine anmelden.

Dr. Christian Herzmann vom Gesundheitsamt Segeberg, das zu der Videokonferenz eingeladen hatte, führt aus: „Wir möchten als Kreis ukrainisches Personal mit ärztlichen Mentor*innen in Deutschland zusammenbringen. Das geplante Konzept bietet die Möglichkeit, auch außerhalb von großen Städten die Integration zu fördern und gleichzeitig Menschen zu versorgen, die viel Leid erfahren haben oder an chronischen Erkrankungen leiden. Das ist Public Health vor Ort.“

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